Motorrad-Trial in der Jugz

Trial wurde aus dem englischen Wort „to try“ = versuchen abgeleitet. Der Begriff Trial stammt aus England, wo vor ungefähr 70 Jahren erstmals Unerschrockene versuchten, mit den zu jener Zeit unzureichenden Motorrädern unwegsames Gelände zu durchqueren. Das war zu jener Zeit wesentlich schwieriger als heute, und der Ausdruck „try“ = versuchen, beschreibt am besten, was die Unentwegten damals eigentlich taten.

 Motorrad-Trial ist die Kunst, mit Köpfchen, Balance und Mut auf dem Motorrad Hindernisse zu überwinden. Dabei geht es nicht um Schnelligkeit, sondern um die Beherrschung der Maschine und des eigenen Körpers. Der Trialfahrer fährt meist langsam, manövriert Vorder- und Hinterrad zentimetergenau, hebt mit einem Gasstoß das Vorderrad gekonnt auf eine Stufe herauf, überspringt Hindernisse, immer im Bestreben, die Sektion fehlerfrei zu absolvieren (fehlerfrei bedeutet: ohne sich abzustützen oder den Boden mit den Füßen zu berühren).

Dazu gehört neben dem fahrerischen Aspekt auch das Wissen um die Technik der Maschinen. Die Trialgruppen der Jugz beschäftigen sich deshalb neben dem Fahrtraining auch mit der fachgerechten Pflege und der Instandsetzung der Maschinen.

 Motorrad-Trial-Gruppen bestehen in den Jugendeinrichtungen in Zollstock, Grengel, Weiden der AbenteuerHallenKALK und dem Kölner Jugendpark. Die Angebote richten sich in der Regel an Jugendliche ab 12 Jahren.

 Mehrmals im Jahr führen die verschiedenen Jugendeinrichtungen in Kooperation untereinander Ferienfreizeiten in einem speziell für diesen Sport ausgelegten Gelände in Dreckenach bei Koblenz durch. Dort wird in Zelten übernachtet und Trainings mit den Jugendlichen durchgeführt.

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 Ziele und Inhalte der Trialarbeit

• Erlernen von Geschicklichkeit, Beherrschung der Maschine und des eigenen Körpers

• Kein Kampf „Mann gegen Mann“, sondern der Versuch, schwierige Geländepassagen mit dem Motorrad fehlerfrei zu bewältigen

• bietet den Jugendlichen. die Möglichkeit, ihre Bedürfnisse nach Spannung, Risiko, Mut und Angstüberwindung, gefahrlos auszuleben

• Trial fördert nicht nur die Sicherheit im Straßenverkehr, sondern bedeutet für die Jugendlichen auch Selbsterfahrung und Persönlichkeitsentwicklung – mit jeder Menge Spaß und Action.

• Erlebnisse schaffen, die positiv in Erinnerung bleiben und einen Kontrapunkt zur Alltagswelt bieten

• Stärkung von sozialer Verantwortung, bei Freizeiten besteht die Notwendigkeit zur Solidarität, Kooperation und aktiver Beteiligung

• Stärkung des Selbstvertrauens und der Selbstachtung

• Jugendliche können die Erfahrung machen, ihre Fähigkeiten realistisch einzuschätzen

• Jugendliche können körperliche Grenzen erfahren, gesteckte Ziele erreichen, Ängste überwinden

• Dabei lernen sie nicht nur Hindernisse im Gelände, sondern auch im Leben, zu überwinden. Sie entwickeln Körperbeherrschung und stärken ihre Konzentration.

• Wichtiger Schwerpunkt der pädagogischen Trialarbeit bildet der Werkstattbereich:

• technisches Interesse wird geweckt

• Reparaturen werden immer von 2 Jugendlichen an einer Maschine durchgeführt, dies fördert die Zusammenarbeit und Ausdauer

• die Trialarbeit soll vor allem auch Mädchen ansprechen, sie sollen in diesem Bereich Hemmungen gegenüber Technik abbauen, sowie Kenntnisse und Fertigkeiten erlernen, die ihr Selbstwertgefühl stärken

• im Mittelpunkt des gesamten pädagogischen Angebots stehen Mädchen und Jungen mit ihren Stärken, Schwächen und Perspektiven

• in der Gruppe findet ein intensiver Austausch statt, der den Mitarbeitern bessere Einsichten in die Lebenswelten und Problemlagen der Jugendlichen gestattet

• Erfahrungen und Lernprozesse, die in einer überschaubaren Gruppe gemacht werden, können leichter auf andere Situationen und Bereiche übertragen werden

• weiter wird die Zweiradwerkstatt als Treffpunkt und Versammlungsort genutzt, an dem man in Ruhe, Pläne, Vorhaben und Probleme ansprechen kann, ohne, wie im „offenen Bereich“ oftmals der Fall, das Gefühl zu haben einer breiten Zuhörerschaft sein Anliegen kundzutun

Viele der langjährigen Teilnehmerinnen und Teilnehmer in den Gruppen, übernehmen in den verschiedenen Trialgruppen kleinere Teilaufgaben, wie zum Beispiel die Durchführung von Trainingseinheiten für die Anfänger. Einige dieser Teilnehmer haben in den letzten Jahren eine Jugendgruppenleiterschulung besucht, um die eigene Sicherheit über Rechte und Pflichten als Anleiter einer Gruppe zu festigen und um sich mit Verantwortungsübernahme und Zuständigkeiten auseinander zu setzen. Sie sind auch bei den Trialfreizeiten ehrenamtlich tätig, sind an der Durchführung der Angebote und Trainingseinheiten beteiligt und übernehmen Aufgaben und Verantwortung.

Weiterbildung von MitarbeiterInnen

Mit unterschiedlichen Fortbildungen werden die ehrenamtlichen jugendlichen Betreuer, die schon in diversen Gruppen tätig sind und die MitarbeiterInnen, die teilweise neu in diesem Bereich sind, in ihrer Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen, weitergebildet.

Um einerseits die Kompetenzen im fahrerischen Bereich zu festigen, und andererseits die Fähigkeit des Aufbaus eines den Teilnehmern aus den einzelnen Gruppen angemessenen Trainings herauszubilden, wurde zum Beispiel eine Fortbildung auf dem Gelände des Vereins „MSC Dreckenach“ in der Nähe von Koblenz durchgeführt. Inhalte der Fortbildung waren die Vermittlung von technischen Fähigkeiten, Sicherungsaspekten, Hilfestellungen und der Umgang mit Gruppen.

Das Motorrad-Trial-Angebot ist für die TeilnehmerInnen der Gruppen eine faszinierende und spannende Freizeitaktivität. Hierbei steht die Sicherheit der Teilnehmer/innen für uns als Trainer und Betreuer an erster Stelle. Wie bei jeder sportlichen Aktivität sind Risiken und Unfälle allerdings nicht gänzlich auszuschließen. Um die Qualifizierung der Arbeit vor Ort zu verbessern und die Handlungssicherheit der Mitarbeiter/innen bei Unfällen oder Verletzungen im freien Gelände praxisnah zu erweitern, wurden in den letzten Jahren verschiedene „Outdoor-1.Hilfe-Schulungen“ auf dem Gelände des MSC Dreckenach und des Kölner Jugendpark durchgeführt.

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Links:

www.eichi.jugz.de

www.abenteuerhallenkalk.de

www.grengel.jugz.de

www.koelner-jugendpark.de

www.juze-weiden.jugz.de